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GEHsund – Städtevergleich Fussverkehr

Kurzbeschreibung

Hintergrund und Ausgangslage
Die Bedeutung des Fussverkehrs wird regelmässig unterschätzt: Dabei werden die meisten Wegetappen (43%) zufuss zurückgelegt (Mikrozensus Mobilität und Verkehr 2015, BFS). Die Unterwegszeit zufuss beträgt im Mittel täglich knapp 30 Minuten. Hinzu kommen Aufenthalts- und Wartezeiten in der gleichen Grössenordnung, sodass wir uns durchschnittlich rund eine Stunde im öffentlichen (Strassen-) Raum befinden.
Die Verkehrssicherheit der FussgängerInnen bedarf Verbesserung: Jährlich verunfallten in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 2‘420 Fussgänger. Im Schnitt wurden pro Jahr 64 Personen (3%) getötet, 679 (28%) schwer und 1676 (69%) leicht verletzt (Unfallstatistik 2016, BFS). Während beim Autoverkehr deutliche Reduktionen der Unfälle mit schweren Unfallfolgen zu verzeichnen sind, stagnieren diese beim Fussverkehr.
Im Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln weist der Fussverkehr den grössten Nutzen auf: Der Nutzen hinsichtlich Gesundheit beträgt rund 893 Mio. Schweizer Franken (Externe Kosten und Nutzen des Verkehrs, Bundesamt für Raumentwicklung 2015). Epidemiologische Studien zeigen auf, dass ein Zusammenhang besteht zwischen körperlicher Aktivität im Fuss- und Veloverkehr und einem verringerten Risiko bezüglich Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, verschiedenen Krebsarten, Demenz und Depression. Der Fussverkehr belastet die Umwelt im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln nicht und ist äusserst raumeffizient. Fussverkehr hat noch ein grosses ungenutztes Potenzial, das sich sowohl für Bewegungsförderung und auch zum Brechen der Verkehrsspitzen eignet.
Diese Zahlen und Fakten verdeutlichen die Notwendigkeit, dass dem Fussverkehr in der Praxis einen höheren Stellenwert eingeräumt werden muss. Erhebungen, Statistiken und Vergleiche liegen meist nur für den Fahrverkehr vor. Zudem bestehen Standards und teilweise gesetzliche Vorgaben, wie die VSS-Norm 640 070/Grundnorm Fussverkehr und das Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) welche aber noch längst nicht angemessen umgesetzt sind.


Projektziele

•    Erarbeitung von Indikatoren zum Monitoring des Fussverkehrs mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen.
•    Systematische Erfassung der Stärken und Schwächen der Fussweginfrastruktur als Grundlage für Verbesserungen.
•    Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten zur Förderung des Fussverkehrs.
•    Bereitstellen eines Werkzeugkastens für künftige Erhebungen (zeitlicher Längsvergleich).

Projektleitung

Prof. Klaus Zweibrücken und Prof. Claudio Büchel, Hochschule Rapperswil: Weiterentwicklung des Fussverkehrstests zu einem digitalen GIS-basierten Instrument, wissenschaftliche Qualitätssicherung.

Projektpartner

Veronika Killer, umverkehR: Projektleitung, Begehungen Fussverkehrstest, Öffentlichkeitsarbeit, Bevölkerungsumfrage Zufriedenheit, Erhebung und Aus-wertung der Daten, Sensibilisierung der Bevölkerung.
Thomas Schweizer, Fussverkehr Schweiz: Definition und Erhebung des Indikatorensets, Multiplikation der Methodik in Fachkreisen.


Unterstützung

 

Die Entwicklung und Durchführung des Projektes wird massgeblich von der Koordinationsstelle für nachhaltige Mobilität (KOMO) des Bundes finanziert. Die Partnerstädte tragen einen wertvollen Beitrag zur Erhebung bei. Die Städte welche am Projekt teilnehmen sind: Aarau, Basel, Bellinzona, Bern, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Locarno, Lugano, Luzern, Neuenburg, St. Gallen, Winterthur, Zug und Zürich.

Das Projekt wird auch von der Stiftung Corymbo unterstützt.


 

 

Laufzeit des Projektes

05.2018-12.2021

Status

Laufend

Dokumente

pdf Konzept_Staedtevergleich_GEHsund.pdf [169.6 kb]

Links

https://www.umverkehr.ch/fussverkehr

Kontakt

E-Mail

Schlüsselwörter (Keywords)

Städtevergleich Fussverkehr, Fussverkehrstest Infrastruktur, Indikatorenset Fussgängerfreundlichkeit



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